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Dreamhack Leipzig – Ein Erlebnisbericht über das Gaming-Event

Mitte Januar wurde Leipzig zum zweiten Mal Austragungsort der Dreamhack, eine Art Festival für digitale Spielerinnen und Spieler, dass sowohl das private Gaming zelebriert und deshalb eine LAN-Party beinhaltet, als auch e-Sport-Events der Oberklasse bietet.

Auch dieses Jahr waren alle 1500 Plätze für die LAN-Party ausverkauft, dabei war aufgrund der großen Nachfrage letztes Jahr das Angebot sogar vergrößert worden. Dort wurden Turniere verschiedenster digitaler Spiele ausgetragen, mit Sachpreisen im Wert von über 10.000 €.
Der professionelle e-Sport war durch "Counter Strike: Global Offensiv" (CS:GO) präsent, wo acht internationale Teams um ein Preisgeld von 100.000 € kämpften. Nebenbei gab es auch ein kleines Spaß-Turnier von e-Sportlern („The Tentactic Tournament“) sowie Meet&Greet mit den Fans. Über 15.000 Spielbegeisterte pilgerten dafür im Verlauf des Wochenendes in die Leipziger Messehallen.

Als Besucherin konnte ich dabei an allen Teilen des Festivals teilhaben – lediglich die LAN-Area konnte ich nur von draußen bewundern. Früher bin ich selber auf LANs gefahren und bin beeindruckt davon, wie konstant einiges trotz starker technischer Veränderungen geblieben ist: Zwar liegen die Schlafsäcke weiterhin verstreut unter den Tischen, umgeben von Pfandflaschen und Chips-Tüten, aber mittlerweile schleppt niemand mehr Röhren-Monitore mit sich rum, sondern man kann sich für einen Aufpreis das gesamte Equipment inklusive bequemen Stuhl anmieten.

Die Cosplay-Teilnehmenden

Angenehm gestaltet fand ich auch den Aufbau der sogenannten DreamExpo, wo von kleineren Bühnen mit wechselnden Auftritten von Stars der Szene hin zum LaserTech, Cosplay Events und Virtual Reality Spielstationen alles vertreten war: und zwar immer sowohl übersichtlich als auch gut gemischt. Das macht für mich nicht nur die Wartezeiten wesentlich angenehmer als die riesige Gamescom.

Das CS:GO Turnier

Das CS:GO Turnier blieb bis zum Schluss spannend und das spielerische Können der Teilnehmenden beeindruckend. Gefreut hat mich wie so oft im e-Sport, dass viele Fans zwar klare Favoriten haben (sowohl Teams als auch Spieler), jedoch ein taktisch genialer Schachzug oder überragende Sniper-Qualitäten auch beim gegnerischen Team zustimmend beklatscht werden.

Nicht zuletzt zeigt die Dreamhack auch, wie wenig begründet bestimmte gesellschaftliche Ängste und Debatten sind. Denn es ist offensichtlich, dass digitales Spielen vor allem eins nicht zwangsläufig macht: Einsam. Letztlich leben all solche Events vom sozialen Engagement der Menschen, die gemeinsam viel Zeit und Faszination in ihr Hobby stecken – sei es beim Cosplay, als Fan oder als Spieler*in. Einer der Leiter der Dreamhack, David Garpenståhl, sinnierte schon vor fast 10 Jahren, dass gesellschaftliche Diskurse über Computerspiele sich stärker auf die Spielerinnen und Spieler fokussieren sollten und weniger abstrakt auf Technik sowie mögliche Folgen der Nutzung. Seine Hoffnung, mit Festivals wie der Dreamhack die Menschen hinter der Technik sichtbarer zu machen, kann man als durchaus gelungen bezeichnen.


Die Rechte für die Bilder liegen bei der Dreamhack, bzw. Leipzig-Messe Presseabteilung http://www.dreamhack-leipzig.de/de/presse/multimed...